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Universitätslehrgang Ethik an der Universität Wien

Nach einem Senatsbeschluss im Dezember 2003 wurde der bislang als individuelles Diplomstudium konzipierte Lehrgang „Ethik“ in einen Universitätslehrgang verwandelt. Der Lehrgang – seit dem Wintersemester 2000/01 an der Universität Wien angeboten – vermittelt Grundlagen der Ethik und garantiert eine kompetente Ausbildung zukünftiger Ethik-LehrerInnen an österreichischen Schulen.
Die Zielsetzungen dieses Lehrgangs sind die Vermittlung fundierter Fachkenntnisse philosophischer Ethik und die Einbeziehung der auf den wissenschaftlich-technischen Fortschritt Bedacht nehmenden angewandten Ethik. Damit soll auf universitärem Niveau in erster Linie eine qualitativ hochwertige Ausbildung der LehrerInnen an AHS und BHS für den seit Jahren geplanten Ethikunterricht sichergestellt werden. Darüber hinaus will der Lehrgang im Bereich der Ethik Zusatzkompetenzen vermitteln, die in vielen Berufen (Wirtschaft, Medizin, Recht, Journalismus und Politik) notwendig sind.
Der Lehrgang dauert vier Semester mit einem Gesamtausmaß von 48 Wochenstunden und enthält in seinem Curriculum neben Grundlagen der Ethik die Vermittlung religiöser und außereuropäischer Moralsysteme, Probleme der angewandten Ethik sowie aktuelle ethische Fragen in der Gesellschaft wie etwa Generations- und Geschlechterverhältnisse, Jugendkulturen und neue Medien. Bereits in seiner Gestalt als individuelles Diplomstudium hat sich der Lehrgang einer großen Nachfrage erfreut und kann nunmehr mit dem Diplom eines Universitätslehrgangs abgeschlossen werden.
Die um den Ethikunterricht entstandene Diskussion in Österreich bewegt sich nach wie vor zwischen bereits eingerichteten Schulversuchen und der Erwartung der definitiven Einrichtung dieses Unterrichtsfaches durch das zuständige Ministerium. Der Religionspädagoge Prof. Dr. Anton Bucher, der vom Bildungsministerium mit einer Evaluierung beauftragt worden war, kritisierte erst kürzlich den Stillstand beim Thema Ethikunterricht. Durch die Einrichtung des Universitätslehrganges könnten hier neue Impulse gesetzt werden.
Immerhin wird derzeit an mehr als 100 österreichischen Schulen Ethik unterrichtet. Nahezu alle europäischen Länder haben Ethik in ihren Lehrplänen verankert. Die deutsche Gesellschaft für Philosophie hat erst vor kurzem die Forderung erhoben, den Philosophie- und Ethikunterricht an den Schulen zu verbessern und darauf hingewiesen, dass dies eine breite und gründliche Ausbildung der LehrerInnen in Philosophie und Ethik verlangen würde.

Der von der Universität Wien eingesetzte Lehrgangsleiter Prof. Dr. Peter Kampits, Vorstand des Instituts für Philosophie, sieht eine große Bildungschance vergeben, sollte der Ethikunterricht nicht bald flächendeckend an den österreichischen AHS und BHS eingeführt werden. Darüber hinaus könnten den SchülerInnen soziale, lebenspraktische und interkulturelle Kompetenzen vermittelt werden, denen große Bedeutung zukommt.

Rückfragen:  Prof. Dr. Peter Kampits, Institut für Philosophie, Universität Wien, Universitätsstraße 7 , E-Mail: peter.kampits@univie.ac.at

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