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Quelle: Bucher, Anton A. 2001. Ethikunterricht in Österreich. Kurzzusammenfassung des wissenschaftlichen Evaluationsberichts der Schulversuche „Ethikunterricht" www.sbg.ac.at/pth/people/bucher/evaluation.htm Die Seiten beziehen sich auf Bucher, Anton A. 2001. Ethikunterricht in Österreich. Bericht der wissenschaftlichen Evaluation der Schulversuche "Ethikunterricht". Innsbruck, Tyrolia 

Intensiviert wurde die Diskussion um EU in den neunziger Jahren aus folgenden Gründen:

Obschon sich von allen katholischen SchülerInnen insgesamt ‚nur’ um die 5 % vomRU abmeldeten (so 1998/99), nahmen die Abmeldungszahlen an diversen Schulstandorten, insbesondere an BORGs, beunruhigende Ausmaße an (bis über 50 %) (S. 23 ff.).

 Aufgrund der Kirchenaustritte (seit 1995 durchschnittlich mehr als 35'000 pro Jahr) steigt die Quote der MitbürgerInnen ohne religiöses Bekenntnis (1998: 17%); allerdings ist in der Population der SchülerInnen die entsprechende Quote geringer (1998/99: 3.4 %) (S. 14).

 In der öffentlichen Diskussion ist der Ruf nach Werterziehung, auch und gerade durch die Schule, in den letzten Jahren lauter geworden; die allgemeine Klage über die ethische Orientierungslosigkeit der Jugendlichen erhöhte die Akzeptanz von EU, wie ihn mehr als die Hälfte von repräsentativ befragten ÖsterreicherInnen befürwortet (S. 17, 28).

    In der sogenannten Schlägler-Erklärung (Kathpress vom 18.6.1993) akzeptieren auch die katholischen Schulamtsleiter Ethikunterricht als Ersatzfach für alle SchülerInnen, die an keinem RU teilnehmen (19f.).

    Im Herbst 1997 wurde, an vorerst acht Schulstandorten in V, T und W, erstmals EU erteilt. Dessen Notwendigkeit wurde in den Anträgen zum Schulversuch primär damit begründet, dass für zusehends weniger SchülerInnen gewährleistet ist, jene religiös-sittliche Bildung zu erhalten, die im Zielparagraphen 2 des SchOG vorgeschrieben ist. Begründet wurde EU primär aus pädagogischer Verantwortung und weniger aus schulorganisatorischen und pragmatischen Gründen.

 

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