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Bundes-Arbeitsgemeinschaft ETHIK

Die Interessensvertretung der Ethiklehrer/innen Österreichs

An das Verhandlungsteam der regierungsbildenden Parteien

Cluster „Zukunft" Teilbereich Bildung

Sehr geehrte Damen und Herren!

Anlässlich der Enquete „20 Jahre Schulversuch Ethik. Was nun?" vom 10.11.2017 an der PH Linz möchte sich die Bundes-ARGE Ethik, die bundesweite Fach- und Interessensvertretung des Ethikunterrichts und der Ethiklehrer/innen in Österreich, mit folgendem Anliegen an Sie wenden:

Seit mehr als 20 Jahren findet an nunmehr 214 Schulen Österreichs Ethikunterricht als Schulversuch statt. Er verpflichtet konfessionsfreie Schüler/innen der Sekundarstufe II und solche, die sich vom konfessionellen Religionsunterricht abmelden, zum Besuch des Faches „Ethik". Damit bekommen die Schüler/innen der am Schulversuch beteiligten Schulen die Gelegenheit, sich in einem eigenen Unterrichtsfach in differenzierter Form mit ethisch relevanten Handlungsoptionen zu beschäftigen und erhalten so Unterstützung für eine bewusste Lebensführung.

In pluralen säkularen Gesellschaften bedarf es im Interesse des sozialen Zusammenhalts permanent geführter Diskurse, um überzeugungsfähige Perspektiven des Zusammenlebens zu erkennen. Die daraus sich ableitenden individuellen und gesellschaftlichen Handlungsoptionen müssen konsensual gefunden und bestimmt werden.

Die Orientierung in diesen Wertediskursen ist prominente Aufgabe der Ethik. Als Unterrichtsgegenstand unterstützt der Ethikunterricht Schüler/innen, ihr Handeln im Rahmen einer aufgeklärt-demokratischen Gesellschaftsordnung auszurichten und damit bewusst am demokratischen Diskurs einer offenen Gesellschaft teilzunehmen.

Die veränderten demographischen Gegebenheiten, Migrationsbewegungen sowie technologische und sozioökonomische Veränderungen stellen unsere Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Die Jugendlichen im Ethikunterricht repräsentieren in einem Mikrokosmos die österreichische Gesellschaft. Damit ergibt sich die große Chance, mit gut arrangierten Lernanlässen die vielen ethisch relevanten Themenfelder, die aus den gesellschaftlichen Veränderungen erwachsen, im Soziotop der Klasse zu bearbeiten. Die Jugendlichen bilden sich durch Austausch, begegnen verschiedenen Wertekonstrukten und lernen, die eigenen Wertepositionen zu begründen.

Damit der Ethikunterricht im Sinne des gesellschaftlichen Zusammenhalts das leisten kann, benötigt er zeitliche, monetäre und strukturelle Ressourcen und damit eine Grundsatzentscheidung der Bildungspolitik zugunsten eines österreichweiten Ethikunterrichts. Es muss eine Lösung sein, die die Zukunft des Ethikunterrichts und die professionelle Ausbildung der Ethiklehrkräfte langfristig sicherstellt.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Ethiklehrer/innen Österreichs fordert Sie als politische Verantwortungsträger/innen auf, den

Ethikunterricht in das Regelschulwesen

zu implementieren!

Mit freundlichem Gruß, die

Bundes-ARGE Ethik

Mag. Georg Gauß (NÖ, Sprecher Bundes-ARGE Ethik) Mag. Katja Gumhold (Bgld)

MAS Mag. Brigitte Jakob (Sbg) OStR. Mag. Michael Jenner (W)

Mag. Dr. Thomas Müller (Stmk) OStR. Mag. Claudia Sinclair (W)

Mag. Evelyn Sponer (Sbg) Mag. Helmut Stangl (OÖ)

MMMag. Dr. Christoph Thoma (T) MMag. Dr. Thomas Waibel (Vlbg)

 

 

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