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Der 10. Kongress der Österreichischen Gesellschaft für Philosophie ist dem Schwerpunkt Mensch sein – Fundament, Imperativ oder Floskel? gewidmet. Die Frage, was es besagt und impliziert, Mensch zu sein, ist sowohl für die Philosophie als auch für die Gesellschaft eine fundamentale. Zugleich läuft sie Gefahr, mit Floskeln beantwortet zu werden.

Für die FEWD wird Erwin Lengauer zur aktuell wieder stark debattierten Philosophie Peter Singers vortragen.  

Vortragstitel: Heiligkeit des menschlichen Lebens? Von Peter Singers “Unsanctifying Human Life” zu Jeff McMahans „Ethics of Killing – Problems at the Margins of Life“.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es sämtliche im Philosophers Index seit 1945 zum Schlagwort „Sanctity of Life“ erfassten Publikationen – zirka 120 – einer begründungstheoretischen Analyse zu unterziehen und auf seine Relevanz für aktuelle bioethische Gegenwartsdiskurse zu prüfen. Im Zentrum der Analyse stehen mit Peter Singer und Jeff McMahan die Arbeiten zwei der meistdiskutierten Philosophen der modernen anglo-amerikanischen Bioethik. Helga Kuhse publizierte 2002 erstmals die wichtigsten akademischen Aufsätze Peter Singers unter den prägnanten Titel Unsanctifying Human Life – in weiterer Folge UHL. Das bioethische Konzept UHL steht spätestens mit den Klassikern Animal Liberation (1975) und Practical Ethics (1979) im Zentrum Peters Singers Bioethik. 1994 formulierte Peter Singer in seinem heftig diskutierten Werk Rethinking Life and Death. The Collapse of Our Traditional Ethics neuerlich seine fundamentale Kritik an einer christlichen Ethik mit „The traditional ethic is still defended by bishops and conservative bioethicists who speak in reverent tones about the intrinsic value of all human life, irrespective of its nature or quality.” Hierzu in der vorliegenden Arbeit besondere Berücksichtigung findet die 2012 erschienene Arbeit des amerikanisch-katholischen Theologen Charles Camosy mit seinem kontrovers diskutieren Werk Peter Singer and Christian Ethics. Beyond Polarization. Jeff McMahan, der zweite im Zentrum stehende Philosoph liefert mit dem im Jahr 2002 erschienen 500 Seiten Opus Magnum Ethics of Killing – Problems at the Margins of Life – nach mehr als 20 Jahren an wissenschaftlicher Vorarbeit – das weitere theoretische Grundlagenwerk. Dieses Werk steht seither im anglo-amerikanischen Sprachraum im Zentrum bioethischer Fachdiskurse, nicht jedoch in der deutschsprachigen Bioethik. Im Gegensatz steht Peter Singers Bioethik im deutschsprachigen Raum spätestens seit der Stellungnahme der Allgemeinen Gesellschaft für Philosophie in Deutschland (AGPD) mit der Erklärung deutscher Philosophen zur sog. "Singer-Affäre". 1989.09.29 in Mainz im Zentrum heftiger akademischer und öffentlicher Debatten. Ziel dieser Arbeit ist es nun zusätzlich die Argumente von Jeff McMahan und seiner möglichen Relevanz zur Kritik mancher Konzepte von „Sanctity of Life“ auch im deutschsprachigen Raum klarer sichtbar zu machen. (Version 2014-12-14)

 

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